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Graustrom, Ökostrom, Regionalstrom: Qualitative Unterschiede bei der Wahl des Stromtarifs

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„Ökostromtarife“ versprechen sauberen Strom aus erneuerbaren Energien, Nachhaltigkeit,  einen ökologischen Mehrwert und sind häufig günstiger als der aktuelle Stromtarif.

2015 war ein Rekordjahr für die erneuerbaren Energien in Deutschland, so die Bilanz des Bundesverbandes der Deutschen Energie- und Wasserwirtschaft. Die erneuerbaren Energieträger Wind, Solar, Wasser und Bioenergie lieferten über 30 Prozent des hierzulande verbrauchten Stroms. Ökostromtarife werden seit einigen Jahren von nahezu jedem Energieversorger angeboten.

Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom

Wer einen Ökostrom-Tarif abschließt, geht davon aus, mit sauberem Strom versorgt zu werden und der Umwelt etwas Gutes zu tun. Diese Annahmen sind so nicht ganz zutreffend. Unabhängig davon, welchen Strom man kauft, physisch geliefert wird immer der Strommix, der in das vorhandene Stromnetz von den Kraftwerken tatsächlich eingespeist wurde, in Deutschland also ein Mix aus Kohle-, Gas-, Kernkraft-, Windstrom etc.

Außerdem profitiert die Umwelt nachhaltig nur dann, wenn Strom aus Kohle-, Gas- oder Kernkraftwerken (Graustrom) verdrängt wird und erneuerbare Energien ausgebaut werden. Anbieter locken mit Begriffen wie „Ökostrom“, „Grünstrom“ oder auch „Naturstrom“ obwohl dies nichts über den tatsächlichen ökologischen Mehrwert des Produktes aussagt. Eine geschützte Produktbezeichnung existiert nicht. Daher muss man sich das Stromprodukt immer im Einzelfall genau anschauen.

Aus Graustrom wird Ökostrom – ökologischer Mehrwert?

Ökostrom-Produkte werden häufig alternativ zu Graustrom-Produkten angeboten. Dabei werden Strommengen aus erneuerbaren Energien gebündelt und den Verbrauchern als 100 prozentiger Ökostrom angeboten. Die Folge ist, dass das Graustrom-Produkt einen entsprechend höheren Anteil Strom aus fossilen und Kernkraftwerken enthält. Es findet lediglich eine Umverteilung zwischen den Produkten statt, ohne den Strommix insgesamt zu beeinflussen und ohne zusätzliche erneuerbare Erzeugungsanlagen zu errichten.

Diese Umverteilung wird häufig zwischen verschiedenen Märkten durchgeführt. So kaufen deutsche Stromversorger beispielsweise 1 Mio. Kilowattstunden Strom aus Wasserkraftwerken aus Skandinavien und verkaufen gleichzeitig dieselbe Menge Kohlestrom nach Skandinavien. Die Strommengen werden nicht faktisch geliefert sondern miteinander verrechnet, und der in Deutschland fossil erzeugte Strom wird durch den Zukauf sogenannter „RECS-Zertifikate“ in Deutschland legal als Ökostrom vermarktet. Ein ökologischer Mehrwert und ein nachhaltiger Umgang mit den natürlichen Ressourcen entsteht hierdurch nicht.

Gütesiegel als Qualitätsnachweis für Ökostrom

Ein ökologischer Mehrwert kann nur garantiert werden, wenn ein Teil der Erlöse aus dem Verkauf von Ökostrom in den Zubau neuer Erzeugungsanlagen fließt. Laut Stiftung Warentest wird bei nur 13 von 19 Ökostrom-Tarifen eine Zubauwirkung garantiert. Wer „echten Ökostrom“ beziehen möchte, sollte auf aussagekräftige Gütesiegel achten:

 

Ökostrom Abbildung

 

Ökostrom aus der Region verspricht einen Beitrag zur Energiewende

Einige Energieversorger bieten spezielle „Regionalstrom-Tarife“ an. Diese garantieren die räumliche Nähe von erneuerbaren Erzeugungsanlagen und Verbrauchern. Der regionale Bezug soll durch die EEG-Novelle 2016/2017 gestärkt werden. So wird dem Verbraucher durch „Regionalnachweise für direkt vermarkteten Strom aus erneuerbaren Energien“ ersichtlich, welcher Anteil aus erneuerbaren Erzeugungsanlagen in seiner Region kommt (z.B. im Umkreis von 50 km). Dezentralität, ein wichtiger Eckpfeiler der Energiewende, wird dabei gefördert.

Ökostrom für Ihr Immobilienportfolio

Als unabhängige Beratung unterstützt Argentus Sie dabei, eine nachhaltige Energieversorgung für Ihr Immobilienportfolio umzusetzen und gleichzeitig die Energiekosten (Strom, Gas und Fernwärme) zu reduzieren. Ein Fallbeispiel dazu, wie man CO2-Neutralität sogar aus Einsparungen finanzieren kann, finden Sie hier: Grüner Mehrwert für Ihr Immobilienportfolio.

Patrick Nagel, Argentus, 11.08.2016

 

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