Wissenswertes

Gering-investive Maßnahmen – mehr Nachhaltigkeit im Betrieb

23.03.2021
Simon Szpyrka
„Fast schon ein Standard in der Branche ist die Bündelung und Neuausschreibung des Energieeinkaufs. Hieraus ergeben sich monetäre Einsparungen bei den Energiekosten in Höhe von bis zu 40 Prozent – und dies wohlgemerkt bei gleichzeitig möglicher Umstellung auf eine CO2-neutrale Energieversorgung.“
– Simon Szpyrka
Immobilienportfolios nachhaltiger zu betreiben – das erfordert keineswegs immer einen nennenswerten Kapitaleinsatz. In der Praxis finden sich viele Ansätze, die ohne großes Investment für Quick-Wins sorgen. Fast schon ein Standard in der Branche ist die Bündelung und Neuausschreibung des Energieeinkaufs. Hieraus ergeben sich monetäre Einsparungen bei den Energiekosten in Höhe von bis zu 40 Prozent – und dies wohlgemerkt bei gleichzeitig möglicher Umstellung auf eine CO2-neutrale Energieversorgung. Denn gerade bei großen Portfolios, die über die Zeit gewachsen sind, findet sich eine undurchsichtige Vielzahl an Energieverträgen über jeweils geringe Abnahmemengen. Entsprechend blieben ohne Bündelung die möglichen Mengenvorteile ungenutzt. Die Durchführung dieses Ansatzes ist üblicherweise komplett kostenfrei für den Eigentümer. Ein der Gebäudenutzung entsprechender Anlagenbetrieb ist ein weiterer Hebel für mehr Nachhaltigkeit ohne großen Aufwand. Dabei gilt es beispielsweise mithilfe von Analysen Ineffizienzen im Anlagenbetrieb aufzudecken und Maßnahmen im Zusammenspiel mit den Haustechnikern (FM-Dienstleistern) umzusetzen. Ein Beispiel: Wenn die Messfühler für Kühlung und Heizung nicht aufeinander abgestimmt sind, arbeiten beide Anlagen gegeneinander und verursachen einen deutlich höheren Energieverbrauch. Die richtige Fahrweise der installierten Anlagentechnik kann den Energieverbrauch um zehn bis 15 Prozent senken. Je nach Fall auch mehr. Voraussetzung ist allerdings, dass die Gebäudetechnik auf einem einigermaßen aktuellen Stand ist. Es existieren weiterhin erstaunlich viele Liegenschaften, die beispielsweise keine graduelle Regelung des Heizbedarfs erlauben. Dort gibt es nur „an“ oder „aus“. Bei Teilleerstand etwa wird dann zu viel Wärme bereitgestellt: Die komplette Liegenschaft wird beheizt. Durch den Einsatz entsprechender Regelungstechnik ergeben sich Einsparpotenziale von bis zu 20 Prozent. Und sogar die Anlagen selbst können ohne nennenswerten Aufwand durch neue ersetzt werden – mittels Contracting. Der Contractor errichtet die jeweilige Energieanlage auf eigenes Risiko. Er erhält im Gegenzug vom Immobilieneigentümer langfristige Abnahmeverträge. Über die Laufzeit refinanziert der Contractor sein Investment. Allein durch den höheren Wirkungsgrad moderner Anlagen können häufig rund 30 Prozent Energie eingespart werden. Die Liste ließe sich fortsetzen, dabei klingen einzelne Punkte auf den ersten Blick durchaus banal. Sie offenbaren erst auf den zweiten Blick ihr Potenzial, wenn sie in ein ganzheitliches Konzept eingebettet sind und fortlaufend erfasst und berichtet werden. Am Anfang ganzheitlicher Nachhaltigkeitskonzepte stehen die Daten- und CO2-Risikoanalyse und die daraus resultierende individuelle Umsetzungsstrategie. Am Ende existiert ein digitales Verbrauchsdatenmanagement mit einem permanenten Performancemonitoring und -reporting.